Frühdefibrillation …
... ist eine lebensrettende Notfallmaßnahme beim plötzlichen Herzstillstand. Durch starke Stromstöße soll die normale Herzaktivität wieder hergestellt werden. Das dazu verwendete Gerät nennt man Defibrillator (kurz: Defi), es kann schon vor dem Eintreffen des Notarztes von Laien bedient werden.
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30 „Defis“ für Korschenbroich

Korschenbroich (wi-) Mehr als 30 Vereinsvertreter drängten jetzt in Steinforth auf den Schulhof – ob Schützen, Bruderschaftler, Kirchenvorstand, Mitglieder der Dorfgemeinschaft oder des Turnvereins. Alle wollten bei der Montage des ersten Defibrillators im Doppeldorf dabei sein.

„Mit der Montage nehmen wir den Kampf gegen den Herztod in unserer Stadt offensiv auf“, begrüßt Vize-Bürgermeister Dietmar Ibach die freiwillige Aktion, zu der sich Korschenbroichs Vereine bereits im Frühjahr bekannt hatten. Auch Geschäftsleute, Unternehmer und Sponsoren unterstützen das Modellprojekt.

Anstoß kam vom Bürgermeister

Der Anstoß zu dieser Initiative kommt von Bürgermeister Heinz Josef Dick. Er hatte beim DRK-Vorsitzenden Dietmar Mittelstädt eine „flächendeckende Versorgung des Stadtgebietes mit Defis“ angeregt. Dick, regelmäßiger Besucher der Herzseminare – eine Aktion der Deutschen Herzstiftung und unserer Zeitung – ist von dem Lebensretter überzeugt: „Ich habe von Professor Haude gelernt, im Ernstfall muss alles ganz schnell gehen.“

Und dass der Defibrillator im Ernstfall von jedem Laien eingesetzt werden kann, zeigte Christopher Pesch (19) sehr anschaulich. Der Defi soll den plötzlichen Herztod verhindern. Er ist sprachgesteuert und leicht im Umgang.

Wenn das Gerät eingeschaltet ist, wird der Patient vom Ersthelfer mit den beiden Klebeelektroden verbunden. Sofort erfolgt die Rhythmusanalyse durch das Gerät. Nur, wenn ein Rhythmus vom Defibrillator als Kammerflimmern erkannt wird, wird der Helfer zur Schockauslösung aufgefordert. „Der Helfer kann nichts falsch machen“, versichert DRK-Geschäftsführerin Karin Scheffler immer wieder. Zu den sechs privaten Defi-Stationen will die Vereinsinitiative 14 weitere installieren.

Bis zum Jahresende soll es 20 Anlaufstellen geben. Das reicht dem Deutschen Roten Kreuz nicht. „Wir haben uns die Zahl 30 zum Ziel gesetzt“, sagt DRK-Schatzmeister Raimund Steigels und hofft auf eine „außergewöhnliche hohe Abdeckung“.

Quelle: Neuss-Grevenbroicher Zeitung, 3. Oktober 2012

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