Frühdefibrillation …
... ist eine lebensrettende Notfallmaßnahme beim plötzlichen Herzstillstand. Durch starke Stromstöße soll die normale Herzaktivität wieder hergestellt werden. Das dazu verwendete Gerät nennt man Defibrillator (kurz: Defi), es kann schon vor dem Eintreffen des Notarztes von Laien bedient werden.
DEFI Neuss bei Facebook

Ein „Defi“ für jeden Verein

Der TC Gnadental hat den Anfang gemacht. Anlass für den Tenniskreis Neuss, eine Initiative zu starten: Möglichst viele Vereine sollen sich einen Defibrillator ins Klubheim hängen, um dem plötzlichen Herztod vorzubeugen.

Rhein-Kreis Horrormeldungen aus dem Profi- und Amateursport gab es in den zurückliegenden Jahren viele: Aktive brachen zusammen und starben an einem Herzstillstand, oft sind aber auch Zuschauer betroffen. Können die Betroffenen gerettet werden, ist in der Regel ein Defibrillator in der Nähe. Ein medizinisches Gerät, mit dem die häufigste Ursache für einen Herzstillstand, ein sogenanntes Kammerflimmern, unterbrochen werden kann. Für Fußballprofi Gerald Asamoah vom FC Schalke 04 steht wegen eines angeborenen Herzfehlers immer ein Defibrillator am Spielfeldrand.

Ein so prominentes Beispiel war für den Tenniskreis Neuss allerdings nicht der Anlass, jetzt eine Initiative zu starten, die möglichst viele seiner Mitgliedsvereine dazu bringen soll, sich einen solchen Defibrillator ins Klubheim zu hängen. Die Initialzündung kam vom TC Gnadental, der sich aus eigenem Antrieb und auf eigene Kosten ein Gerät anschaffte. „Während der Medensaison im Sommer sind wir viel am Niederrhein herumgekommen und haben gesehen, dass es außerhalb des Kreises schon einige Vereine gibt, die Defibrillatoren für Notfälle angeschafft haben“, erklärt Hanns Rienhardt, 2. Vorsitzender des TC Gnadental. Bei der Jahreshauptversammlung fiel dann die Abstimmung über eine Anschaffung positiv aus. Um den Kaufpreis von 750 Euro zusammenzubekommen, erklärte sich jedes Mitglied bereit, fünf Euro zu spenden. „Ein tolle Sache, die wir für absolut nachahmenswert halten. Deswegen wollen wir als Tenniskreis mit unserer Initiative dafür sorgen, dass möglichst viele Vereine diesem Beispiel folgen“, sagt Helmut Keck in seiner Funktion als Vorsitzender des Tenniskreises. Für ihn sind gerade Tennisklubs ideal geeignet, die Vorreiterrolle einzunehmen, weil sie Vereinsheime besitzen, in denen die Defibrillatoren ohne große bürokratische Hürden installiert werden können.

Klar, dass es bei diesem Thema für Keck ein Leichtes war, sich in Prof. Michael Haude, Chefarzt der Herzklinik am Neusser Lukaskrankenhaus, einen Experten als Mitstreiter für die Initiative mit ins Boot zu holen. „Wenn die Sportvereine die Vorreiterrolle einnehmen, bekommt das Thema vielleicht auch in der Politik des Rhein-Kreises Neuss eine größere Bedeutung. Das wäre sehr wichtig“, erklärt Haude. Das sieht auch Helmut Keck so, der an Defibrillatoren interessierten Tennisvereinen als Ansprechpartner und Vermittler zur Verfügung steht. Denn er weiß, dass ein plötzlicher Herzstillstand nicht nur Sportler oder ältere Menschen ereilen kann. Der Kreisvorsitzende betont: „Es kann jeden treffen.“

Quelle: Neuss-Grevenbroicher Zeitung, 22. Januar 2010

Kommentieren