Frühdefibrillation …
... ist eine lebensrettende Notfallmaßnahme beim plötzlichen Herzstillstand. Durch starke Stromstöße soll die normale Herzaktivität wieder hergestellt werden. Das dazu verwendete Gerät nennt man Defibrillator (kurz: Defi), es kann schon vor dem Eintreffen des Notarztes von Laien bedient werden.
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Kaarst erhält Defibrillatoren-Verzeichnis

Damit Ersthelfer im Notfall nicht lange suchen müssen, sollen alle Standorte von Schockgeräten innerhalb von Gebäuden künftig klar gekennzeichnet werden. Zusätzlich werden sie auf einer Plattform im Internet verzeichnet.

Defibrillatoren sind Schockgeber, die durch gezielte Stromstöße unter anderem lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen beenden und einem Herzstillstand entgegenwirken können. Nicht zuletzt durch sinkende Preise – solche Geräte sind bereits ab rund 1000 Euro erhältlich – gibt es an immer mehr Standorten im Kaarster Stadtgebiet Defibrillatoren. Die FDP hat jetzt im Sozialausschuss beantragt, die Verwaltung solle ein öffentliches Standort-Kataster einrichten und betreuen.

Zu diesem Thema hatten sich auch andere Fraktionen Gedanken gemacht. „Das Anliegen der FDP, die Standorte von Defibrillatoren im Kaarster Stadtgebiet auf der städtischen Homepage zu veröffentlichen, ist zwar ehrenswert, bietet jedoch im Notfall keine wirkliche Hilfe. Zukünftig werden mobile Lösungen gefragt sein“, ist im Antrag der Grünen zu lesen. Sie empfehlen eine Plattform im Internet, alle Vereine und Institutionen sollten sich dort erfassen lassen.

Dort kann unter anderem entnommen werden, dass es bei den Sportfreunden Vorst einen Defibrillator gibt. Die CDU-Fraktion möchte das Thema ebenfalls nicht ganz so hoch aufhängen wie die FDP – statt von einem Kataster, spricht man hier von einer Liste. „Ein Kataster würde unnötige, derzeit vom Umfang her nicht absehbare Verwaltungskosten auslösen“, steht im CDU-Antrag geschrieben. Günter Kopp (FDP) legt Wert darauf, dass das Verzeichnis der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird, damit im Notfall nicht lange überlegt werden muss, wo ein Defibrillator zu finden ist. Daniel Fleck (UWG) erinnerte daran, dass bei Preisen von knapp 1000 Euro ständig neue Defibrillatoren hinzukämen. Und: „In jedem Rettungswagen gibt es mittlerweile einen Defibrillator – ein Rettungswagen erreicht in wenigen Minuten jedes Ziel in Kaarst.“

Bis solch ein Gerät zur Verfügung steht, sei die klassische Wiederbelebung unverzichtbar. „Wie findet man einen Defibrillator an einem bestimmten Ort?“, fragte Walter Boestfleisch (FDP). Auf seine Anregung hin und auf Antrag von Guido Otterbein (CDU) wurde jetzt beschlossen, dass in Absprache mit den jeweiligen Eigentümern eine deutlich sichtbare Beschilderung innerhalb der Objekte vorgenommen werden soll. Die Verwaltung wurde beauftragt, eine Liste mit allen Defibrillatoren im Stadtgebiet aufzustellen und diese Daten der breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen; dies kann auf der Internet-Seite, aber auch im Senioren-Wegweiser geschehen. Die CDU setzte sich mit ihrem Antrag durch, einen Presseaufruf zu starten: In ihm soll darum geworben werden, der Verwaltung neu hinzugekommene Standorte zu melden und – soweit relevant – Öffnungszeiten zu benennen, zu denen die Defibrillatoren zugänglich sind. Aufgegriffen wurde auch der Vorschlag der Grünen: Sie wollen, dass alle Standorte von Defibrillatoren auf einer Internet-Plattform verzeichnet werden. Mittels GPS könne so der nächstgelegene Standort eines Defibrillators ausfindig gemacht werden.

Quelle: Neuss-Grevenbroicher Zeitung, 2. Juni 2014

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