Frühdefibrillation …
... ist eine lebensrettende Notfallmaßnahme beim plötzlichen Herzstillstand. Durch starke Stromstöße soll die normale Herzaktivität wieder hergestellt werden. Das dazu verwendete Gerät nennt man Defibrillator (kurz: Defi), es kann schon vor dem Eintreffen des Notarztes von Laien bedient werden.
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Kaarst: Jeder kann leben retten

In der Zweifachturnhalle am Bruchweg in Kaarst wurde jetzt der zwölfte Defibrillator im Stadtgebiet installiert. „Kinderleicht“ soll das Gerät bei einem Herzstillstand zu bedienen sein – die NGZ erklärt, wie es funktioniert.

Sie hängen an Bahnhöfen, an Flughäfen und – im Kaarster Stadtgebiet: öffentlich zugängliche Defibrillatoren. Kleine Geräte also, die mit gezielten Stromstößen Leben retten und auch von medizinischen Laien bedient werden können. Zwölf gibt es in Kaarster Sportstätten und Verwaltungsgebäuden. Neu ist der Defibrillator in der Zweifachturnhalle am Bruchweg. Objektbetreuer Frank Asbeck hat eine intensive Schulung zur Handhabung des lebensrettenden Gerätes absolviert. Wichtig ist aber, dass es jeder im Notfall bedienen kann.

Klare Sprachanweisungen

„Das Gerät ist selbsterklärend. Der Ersthelfer wird durch die Sprachsteuerung durch die Rettung geführt“, erklärt Uwe Polster von der Agentur Socius Fortis. Er war es, der Sponsoren gesucht und gefunden hat, denn ein Defibrillator der neuesten Generation inklusive Wartung und psychischer Betreuung nach dem Einsatz kostet rund 2500 Euro. „Leben retten ist kinderleicht“, wirbt die Begleitbroschüre. Doch wie funktioniert der Defibrillator genau? Sofort nach dem Einschalten gibt das Gerät dem Ersthelfer klare Sprachanweisungen. Er wird durch alle Schritte der Wiederbelebung geleitet. Dass ein Elektroschock versehentlich ausgelöst wird, ist ausgeschlossen, denn der Defibrillator gibt die sogenannte Schocktaste nur dann frei, wenn das Herz wirklich stillsteht. Das Gerät empfiehlt den Schock im Notfall ausdrücklich.

Zur eigenen Sicherheit der Helfer weist der Defibrillator auch klipp und klar darauf hin, dass beim Auslösen des Schocks kein Körperkontakt zum Betroffenen bestehen darf – damit der Schock nicht auch den Helfer trifft. Bilder zeigen, wie die Elektroden platziert werden müssen. Außerdem wird die Druckmassage, die der Ersthelfer zur Herz-Lungen-Wiederbelebung ausübt, genau analysiert. Sind die Druckimpulse auf den Brustkorb des Patienten nicht ausreichend, lautet die Sprachanweisung: „Drücken Sie schneller“. Wird zu häufig gedrückt, heißt es: „Drücken Sie langsamer“. Gibt es nichts zu verbessern, bestätigt der Defibrillator: „Gute Kompressionen“.

Auch Asbeck sagt: „Man muss keine Angst haben mit dem Gerät etwas falsch zu machen. Es gibt bis zum Schluss alles vor.“ Auch wenn sprichwörtlich die besten Geräte die seien, die nicht benutzt werden müssten, empfinde die Verwaltung die Defibrilatoren als wichtig, sagt Heinz Dieter Vogt, Erster Beigeordneter der Stadt Kaarst. „Wir sind dankbar, dass mittlerweile so viele Geräte in Kaarst vorhanden sind – und dass sich mehr als 40 Sponsoren insgesamt dafür eingesetzt haben.“

Quelle: Neuss-Grevenbroicher Zeitung, 15. Juni 2011

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