Frühdefibrillation …
... ist eine lebensrettende Notfallmaßnahme beim plötzlichen Herzstillstand. Durch starke Stromstöße soll die normale Herzaktivität wieder hergestellt werden. Das dazu verwendete Gerät nennt man Defibrillator (kurz: Defi), es kann schon vor dem Eintreffen des Notarztes von Laien bedient werden.
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Tennisclub beugt Herztod vor

Tennis (NGZ). Der TC Grün-Weiss Neuss hat sich auf der Ludwig-Wolker-Anlage mit einem Defibrillator ausgerüstet. Auf einer Informationsveranstaltung stellte Dr. Niehues den interessierten Mitgliedern das lebensrettende Gerät vor.

Die Initiative gegen den plötzlichen Herztod greift langsam: Mit dem Tennisclub Grün-Weiss Neuss verfügt nun ein weiterer Neusser Verein über einen Defibrillator – ein Gerät, mit dem bei akutem Herzversagen die Funktion des Organes wiederhergestellt werden kann. Damit kommt der Klub dem Anliegen von Helmut Keck, Vorsitzender des Tenniskreises, nach. Dessen Ziel ist es, jede Tennisanlage mit dem Gerät auszustatten, das im Notfall Leben retten kann. Aktuell besitzen schon zehn der 34 Tennisvereine im Kreisgebiet einen Defibrillator.

Vorgestellt wurde das Instrument nun in der Tennishalle auf der heimischen Ludwig-Wolker-Anlage, wo Dr. Reinhard Niehues den fast 30 aufmerksamen Mitgliedern zunächst über den plötzlichen Herztod informierte. „Unsere meisten Fälle kommen vom Tennisplatz. Dort ist das Risiko gerade im Sommer besonders hoch“, erklärte der Oberarzt der Kardiologie am Düsseldorfer Augusta-Krankenhaus. So trete das sogenannte Kammerflimmern, meist Auslöser für den Herztod, gerade bei hoher Anstrengung gepaart mit extremer Hitze auf.

„Je schneller hier erste Hilfe geleistet werden kann, desto besser. Mit jeder vergangenen Minute sinken die Überlebenschancen um zehn Prozent“, fügt der langjährige Tennisspieler an. Seiner Meinung nach würde die Wahrscheinlichkeit für eine vollständige Heilung beim sturen Warten auf den Notarzt nur bei etwa fünf Prozent liegen. Beim schnellen selbstständigen Einsatz des Defibrillators und einer Herzdruckmassage steige sie hingegen auf bis zu 40 Prozent. „Das Gerät ist eigentlich kinderleicht zu bedienen und holt die Menschen innerhalb von Sekunden wieder zurück ins Leben“, plädierte auch Jens Bleckmann für die Ausrüstung. Der medizinische Assistent stellte den Defibrillator und dessen Benutzung mit einer Übungspuppe vor.

Für die Anschaffung musste Grün-Weiß-Vorsitzender Helmut Kloubertz trotzdem kämpfen: „Als ich von der Initiative gehört habe, war ich angetan. Meine Vorstandsmitglieder musste ich allerdings erst einmal überzeugen.“ So spricht beispielsweise der happige Preis gegen den Kauf. Tennisvereine seien laut Helmut Keck ideale Vorreiter, sind die Geräte in den Vereinsheimen doch vor Vandalismus und Diebstahl geschützt. „Wir haben hier schon eine ganze Menge bewegt. Mein Traum wäre es, bald flächendeckend über die Instrumente zu verfügen. In anderen Kreisen ist man da schon weiter“, berichtet er.

Erst in der vergangenen Woche hatte Ex-Fußballnationalspieler Dieter Eckstein bei einem Benefizspiel einen Herzinfarkt erlitten. Dank schneller Reanimation befindet er sich aber bereits auf dem Weg der Besserung. Auch im Tennis-Bezirk Linker Niederrhein starben im vergangenen Jahr wieder zwei Spieler noch auf dem Platz. Mit der Hilfe eines Defibrillators wären sie möglicherweise noch am Leben.

Quelle: Neuss-Grevenbroicher Zeitung, 7. Juli 2011

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